Trotz Online-Plattformen im Nacken: Schweizer Detailhändler blicken optimistischer in die Zukunft als im Vorjahr

Bern, 7. Januar 2025

Gemäss dem SWISS RETAIL FEDERATION-Branchenbarometer 2025 erwarten vier von fünf der befragten Detailhändler trotz schwieriger Rahmenbedingungen einen durchschnittlichen Geschäftsverlauf. Im Vorjahr rechnete noch mehr als jedes dritte Unternehmen mit einem Umsatzrückgang. Der Preis- und Konkurrenzdruck ist aufgrund inländischer und ausländischer Online-Plattformen die grösste Sorge für 2025. 70 % der Unternehmen erachten den Einfluss von asiatischen Plattformen wie Temu und Shein auf den Schweizer Markt als beträchtlich. Die Top-5-Sorgen des Detailhandels werden durch die volatile Weltpolitik, die Konsumentenstimmung, den Margendruck und die wirtschaftliche Entwicklung in den Nachbarländern vervollständigt.

Das SWISS RETAIL FEDERATION-Branchenbarometer zeigt, dass die Branche positiver ins neue Jahr blickt als noch im Vorjahr. 79 % der Unternehmen erwarten einen durchschnittlichen Geschäftsverlauf, während nur 17 % von einem unterdurchschnittlichen Ergebnis ausgehen – deutlich weniger als im Vorjahr, als ganze 36 % der Detailhändler einen Umsatzrückgang befürchteten. Lediglich 4 % rechnen mit einem überdurchschnittlichen Resultat. Die erwartete Teuerung für 2025 liegt bei durchschnittlich 1,2 % und damit deutlich unter der Vorjahresschätzung von 2,1 %.

Sorgenbarometer: Preis-, Konkurrenzdruck und volatiles Umfeld belasten den Detailhandel

Die Auswertung der 18 Sorgenkategorien zeigt, dass über 60 % der Unternehmen besorgt bis sehr besorgt durch das Wachstum von Online-Plattformen wie Temu, Shein oder Amazon sind. Der daraus resultierende Preis- und Konkurrenzdruck stellt die grösste Sorge für den Schweizer Detailhandel 2025 dar. Die Top-5-Sorgen des Detailhandels werden komplettiert durch die volatile Weltpolitik (Polarisierung, Entwicklungen in den USA und China, Kriege in der Ukraine und im Nahen Osten), die verhaltene Konsumentenstimmung, den zunehmenden Margendruck sowie die schwache wirtschaftliche Entwicklung in den Nachbarländern. Gerade KMUs zeigen sich des Weiteren sehr besorgt über den generell zunehmenden Regulierungsdruck sowie den Fachkräftemangel.

70 % der Unternehmen bestätigen: Temu und Shein üben starken Einfluss auf den Schweizer Detailhandel aus

Die Unternehmen wurden darüber hinaus gezielt nach dem Einfluss der asiatischen Online-Plattformen Temu und Shein befragt. Die Ergebnisse verdeutlichen die Hauptsorge hinsichtlich des Preis- und Konkurrenzdrucks: 70 % der befragten Unternehmen schätzen den Einfluss von Temu und Shein auf den Schweizer Detailhandel als eher stark bis sehr stark ein, während nur 9 % einen geringen Einfluss wahrnehmen und kein einziges Unternehmen keinerlei Auswirkungen sieht. Besonders mittelständische Unternehmen aus dem Non-Food-Bereich empfinden den Einfluss als sehr stark.

Dagmar Jenni, Direktorin der SWISS RETAIL FEDERATION, resümiert: «Die immer stärker werdende Marktpräsenz asiatischer Online-Plattformen wie Temu und Shein war 2024 bereits ein zentrales Thema und wird den Schweizer Detailhandel auch 2025 stark beschäftigen. Sollten sich die Befürchtungen bewahrheiten, wird die Situation für einige Händler in der Schweiz existenzbedrohend und eine neue Konsolidierungswelle könnte ausgelöst werden. Die Herstellung gleicher Wettbewerbsbedingungen für alle Anbieter auf dem Schweizer Markt ist deshalb essenziell: Künstliche Wettbewerbsverzerrungen und die damit einhergehende bevorzugte Behandlung ausländischer Online-Plattformen gilt es zu stoppen.»

Über die Umfrage

Beim Branchenbarometer 2025 wurden 90 CEOs von Mitgliedsunternehmen der SWISS RETAIL FEDERATION unterschiedlicher Grösse im Rahmen einer stichprobenartigen Erhebung zwischen November und Dezember 2024 zu ihren Aussichten und Sorgen für das Jahr 2025 befragt. 80 % der befragten Unternehmen lassen sich dem Non-Food-Bereich, 20 % dem Food- bzw. Near-Food-Bereich zuordnen. 20 % der befragten Unternehmen beschäftigen über 250 Mitarbeitende, 80 % weniger als 250 Mitarbeitende.

Grafiken zum Branchenbarometer