Die Schweiz steuert auf eine 10-Prozent-Mehrwertsteuer zu
26. Mai 2026
Immer neue Mehrwertsteuer-Pläne gefährden die Kaufkraft von Herrn und Frau Schweizer und damit auch den Detailhandel. Die SWISS RETAIL FEDERATION spricht sich im Rahmen der laufenden Vernehmlassung entschieden gegen die geplante Erhöhung der Mehrwertsteuer zur Finanzierung zusätzlicher Armeeausgaben aus. Auch den in der letzten Woche vorgestellten Plänen von Bundesrätin Baume-Schneider für eine unbefristete Mehrwertsteuererhöhung zur Finanzierung der AHV erteilt die Branche eine klare Absage. Weitere Zuschläge auf den Konsum belasten Haushalte und Unternehmen direkt, schwächen die Kaufkraft und verstärken den Druck auf den Detailhandel. Gerade in wirtschaftlich angespannten Zeiten braucht die Schweiz stabile Rahmenbedingungen statt immer neuer Konsumsteuern.
Die Mehrwertsteuer wurde erst Anfang 2024 zugunsten der AHV auf 8.1 Prozent erhöht. Gleichzeitig liegen bereits die nächsten Zuschläge auf dem Tisch: Im Zentrum der Diskussionen stehen zusätzliche 0.5 bis 0.9 Prozentpunkte für die Finanzierung der 13. AHV-Rente sowie weitere 0.8 Prozentpunkte für die Armee. Daneben bestehen auch Forderungen nach einer Erhöhung um 0.4 Prozentpunkte zugunsten der IV sowie eine «Verstetigung» des befristeten Mehrwertsteuer-Promilles für den Bahninfrastrukturfonds. Jede einzelne Vorlage mag isoliert betrachtet verkraftbar erscheinen – in der Summe entwickelt sich die Mehrwertsteuer jedoch schrittweise Richtung 10-Prozent-Marke. Für Konsumenten, Detailhandel und Binnenwirtschaft ist diese Entwicklung hochproblematisch. «Die Mehrwertsteuer wird zunehmend zur politischen Standardlösung. Bezahlen müssen am Ende Konsumenten und Unternehmen», sagt Patrick Erny, Direktor der SWISS RETAIL FEDERATION.
Detailhandel und Konsum geraten zunehmend unter Druck
Die vorgeschlagene Steuererhöhung belastet den Detailhandel doppelt: Einerseits entstehen hohe Umstellungs- und Administrationskosten für Preise, Kassensysteme, ERP-Prozesse und Kundenkommunikation. Andererseits können höhere Kosten im intensiven Preiswettbewerb oftmals nicht vollständig an die Kundschaft weitergegeben werden. Dies schmälert Margen, Investitionsfähigkeit und Innovationskraft der Unternehmen. Zusätzliche Konsumsteuern verteuern den Einkauf folglich in der Schweiz weiter und verstärken den Einkaufstourismus ins grenznahe Ausland. Besonders betroffen sind stationäre Händler sowie der Lebensmittelhandel. Leidtragende sind letztlich Unternehmen, Arbeitsplätze und die inländische Wertschöpfung.
Die Mehrwertsteuer wird zum finanzpolitischen Selbstbedienungsladen
Die SWISS RETAIL FEDERATION anerkennt die sicherheitspolitischen Herausforderungen und unterstützt eine glaubwürdige Landesverteidigung. Zusätzliche Staatsausgaben müssen jedoch primär über eine konsequente Prioritätensetzung, Effizienzsteigerungen und strukturelle Reformen finanziert werden – nicht durch eine fortlaufende Belastung des Konsums. Die Mehrwertsteuer darf nicht zum finanzpolitischen Reflex werden, sobald neue Ausgaben entstehen.


