Verpflichtung, keine Gratis-Plastiksäcke abzugeben, bleibt bestehen

30. Juni 2025

Dank der beiden in den Jahren 2016 und 2019 abgeschlossenen Branchenvereinbarungen konnte der Verbrauch an Einwegplastiksäcken sowie Plastiktragetaschen im Detailhandel massiv reduziert werden. Mit einem Rückgang von 88 bzw. 65 Prozent wurden die gesetzten Zielwerte bei Weitem übertroffen. Angesichts dieses überwältigenden und vor allem nachhaltigen Erfolgs ist das jährliche Monitoring nicht mehr erforderlich. Die Verpflichtung, Plastiksäcke nur gegen ein Entgelt abzugeben, bleibt unverändert bestehen, womit sichergestellt wird, dass die erreichten Werte weiterhin Bestand haben. Mehrere Detailhändler, u.a. Aldi, C&A, Hornbach, IKEA, Loeb, Lidl oder Tchibo, gehen noch weiter und geben gar keine Plastiksäcke mehr ab – auch nicht gegen Entgelt.

 

Um den Verbrauch an Einwegplastiksäcken sowie Plastiktragetaschen im Lebensmitteldetailhandel zu reduzieren, schloss die SWISS RETAIL FEDERATION mit der IG Detailhandel Schweiz 2016 und 2019 zwei Branchenvereinbarungen ab. Konkret sollte der Verbrauch von Einwegplastiksäcken bis Ende 2025 um 70 bis 80 Prozent reduziert werden – derjenige von Plastiktragetaschen um 35 Prozent bis Ende 2025. Diese Ziele wurden jeweils schon im jeweiligen Folgejahr nach Inkraftsetzung deutlich übertroffen. Seither hat sich der Verbrauch auf tiefem Niveau eingependelt. Die Konsumentinnen und Konsumenten wurden augenscheinlich erfolgreich sensibilisiert und erreicht.

Branchenvereinbarungen sind ein voller Erfolg

So wurden 2024 im Vergleich zu 2016 88 Prozent weniger Einwegplastiksäcke verwendet. Waren es 2016 noch 417’781’000 Säcke, wurden 2024 nur noch 51’121’067 Stück abgegeben. Bei den Plastiktragetaschen reduzierte sich der Verbrauch zwischen 2020 und 2024 von 48’846’092 auf 16’214’871 Taschen, was einem Minus von 65 Prozent entspricht. «Das ist ein riesiger Erfolg für die Branche und ein starkes Signal für effektive Selbstverantwortung auf freiwilliger, privatrechtlicher Basis», betont Dagmar Jenni, Direktorin der SWISS RETAIL FEDERATION. Besonders hervorzuheben ist das Engagement der mitunterzeichnenden Mitgliedsunternehmen der SWISS RETAIL FEDERATION: Gerade einmal 6% aller abgegebenen Einwegplastiksäckchen gehen auf ihr Konto. Mehrere Detailhändler, u.a. Aldi, C&A, Hornbach, IKEA, Loeb, Lidl oder Tchibo, gehen noch weiter und geben – teils seit vielen Jahren – gar keine Plastiksäcke mehr ab, auch nicht gegen Entgelt.

Monitoring wird aufgehoben, Entgelt bleibt unverändert bestehen

Da sich die Werte seit 2017 bzw. 2021 auf tiefem Niveau stabilisiert haben, ist das jährliche Monitoring mit Blick auf ihre geringen Anteile gerade für die den Branchenvereinbarungen beigetretenen Mitglieder der SWISS RETAIL FEDERATION obsolet geworden. Zur administrativen Entlastung der Unternehmen und des Verbandes hat die SWISS RETAIL FEDERATION daher beschlossen, inskünftig auf das Monitoring zu verzichten. Die SWISS RETAIL FEDERATION hat IG Detailhandel Schweiz über die Änderung und Aufhebung der entsprechenden Regelung informiert. Der Verbund aus Migros, Coop und Denner haben sich für eine Weiterführung des Monitorings ausgesprochen, was angesichts des überproportional hohen Anfalls von Plastiksäcken bei ihnen nachvollziehbar ist.

Viele unserer, der Branchenvereinbarungen beigetretenen Mitglieder sind allerdings schon weiter – einige geben gar keine von den Vereinbarungen betroffenen Plastiksäcke mehr ab – auch nicht gegen Entgelt. Die unterzeichnenden Detailhandelsunternehmen der SWISS RETAIL FEDERATION verpflichten sich daher, mit einer neuen, inhaltlich unveränderten, aber um die administrativen Aufwände entschlackte Vereinbarung, das bisherige Commitment über die Nicht-Gratis-Abgabe von Plastiksäcken beizubehalten. Diese Vereinbarung steht weiteren Detailhändlern – auch Nicht-Mitgliedern – zur Unterzeichnung offen. «Dadurch wird sichergestellt, dass die erreichten Ziele weiterhin Bestand haben», hält Dagmar Jenni fest. «Die kürzlich von einigen Medien fälschlicherweise kolportierte Wiedereinführung von Gratis-Säckchen stand zu keiner Zeit zur Debatte. Das wird mit diesem Schritt nun unzweifelhaft manifestiert.»