Minus 20 Prozent: Detailhandel legt bei der Reduktion von Food Waste vor
14. Oktober 2025
Der Schweizer Detailhandel setzt im Kampf gegen Food Waste weiter Massstäbe: Zwischen 2017 und 2024 konnten die Lebensmittelverluste um rund 20 Prozent reduziert werden. Die erhobenen Daten gelten als besonders belastbar, da sie über 95 Prozent der gesamten Branche abdecken. Damit sticht der Detailhandel in der Wertschöpfungskette hervor, ist klar auf Zielkurs und belegt den Reduktionstrend mit validen und repräsentativen Zahlen. Viele der ergriffenen Massnahmen werden ihre volle Wirkung darüber hinaus erst in den nächsten Jahren erreichen. Zentral ist hierbei das Beibehalten der Freiwilligkeit im Rahmen der branchenübergreifenden Vereinbarung.
Gemäss des heute durch das Bundesamt für Umwelt (BAFU) publizierten Zwischenstandberichts zum Monitoring der Lebensmittelverluste in der Schweiz geht das Amt von einem Rückgang des Food Wastes in der Schweiz über die gesamte Wertschöpfungskette gesehen von lediglich 5 Prozent gegenüber dem Referenzjahr 2017 aus. Die SWISS RETAIL FEDERATION kritisiert die Aussagekraft dieser Zahl, da für den allergrössten Teil des anfallenden Food Wastes keine verlässlichen Zahlen vorliegen.
Detailhandelsbranche misst und legt vor
Einzig der Detailhandel war bislang in der Lage, im Rahmen des vorliegenden Monitorings valide und repräsentative Zahlen aufzubereiten: So konnte der Detailhandel die Lebensmittelverluste zwischen 2017 und 2024 um 20 Prozent reduzieren. Die entsprechenden Zahlen sind sehr valide, da sie über 95% der Gesamtbranche abdecken. Da im Detailhandel (exkl. Grosshandel) jedoch lediglich 4 bis 5 Prozent der gesamten Lebensmittelverluste anfallen und seitens der weiteren Glieder der Wertschöpfungskette keine Zahlen mit einer vergleichbaren Abdeckung vorliegen, ist eine abschliessende Beurteilung des Gesamtrückgangs der Lebensmittelverluste in der Schweiz aus Sicht der SWISS RETAIL FEDERATION zum jetzigen Zeitpunkt nicht statthaft. Das Commitment zur Reduktion des Food Wastes in der Schweiz ist in Gesellschaft und Wirtschaft jedoch breit verankert und weitgehend unbestritten, so dass über die ganze Wertschöpfungskette hinweg ein signifikanter Rückgang der Lebensmittelverluste angenommen werden darf.
Massnahmen sind aufgegleist und erzielen ihre volle Wirkung erst noch
Im Detailhandel wurden in den letzten beiden Jahren verschiedene Massnahmen aufgegleist, die mit Blick auf ihre Umsetzung teils noch weiter konkretisiert bzw. skaliert werden müssen, bevor sie ihre vollständige Wirkung erzielen können. Unglücklicherweise bestehen teilweise Zielkonflikte, welche das Erreichen der ambitionierten Zielsetzung der Vereinbarung erschweren, etwa im Bereich des Vollzugsföderalismus bei der Kontrolle der Lebensmittelsicherheit (z.B. Umschreiben von Verbrauchs- zu Mindesthaltbarkeitsdatum, Akzeptanz von MHD+, etc.). Hier wünscht sich die Detailhandelsbranche eine entschiedenere Steuerung des Bundes gegenüber den kantonalen Vollzugsstellen. Auch die Lockerung von Normen und Qualitätsanforderungen kann einen Beitrag leisten.
Stärkere Sensibilisierung der Konsumentenseite erforderlich
Da der grösste Teil der Lebensmittelverluste nach wie vor auf Konsumentenseite anfällt, sind Massnahmen für eine verstärkte Sensibilisierung ebendieser ins Auge zu fassen. Die SWISS RETAIL FEDERATION unterstützt die Idee einer nationalen Informations- und Sensibilisierungskampagne. Auch ist dem Thema in der schulischen Bildung (z.B. Hauswirtschaft, Biologie, Projektwochen, etc.) wieder ein verstärktes Gewicht beizumessen. Die SWISS RETAIL FEDERATION warnt jedoch davor, den freiwilligen Charakter der Vereinbarung während deren Laufzeit und die damit verbundene intrinsische Motivation seitens der Unternehmen in Form gesetzlicher Massnahmen in Frage zu stellen.


