Slowdown führt in einzelnen Segmenten zu empfindlichen Umsatz- und Frequenzrückgängen

Die Swiss Retail Federation, der grösste Detailhandelsverband in der Schweiz, der 46’000 Mitarbeitende, 4700 Filialen und CHF 19 Milliarden Umsatz repräsentiert, hat in einer Umfrage zusammen mit Veledes bei Unternehmen aus den verschiedenen Segmenten des Schweizer Detailhandels erhoben, inwiefern sich die Umsätze und Kundenfrequenzen in den 10 Tagen seit dem 25. Oktober 2020, also ab der Ankündigung und Einführung neuer Massnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus durch den Bundesrat, gegenüber den 10 Tagen zuvor entwickelt haben. Es zeigt sich, dass die verschiedenen Segmente unterschiedlich betroffen sind, sich jedoch die meisten ausserhalb des Lebensmittelbereichs sehr stark negativ entwickelt haben.

Die Auswertung der Umfrage zeigt, dass die verschiedenen Segmente im Detailhandel unterschiedlich betroffen sind. Die Analyse konzentriert sich dabei auf die Segmente Lebensmittel / Güter des täglichen Bedarfs, Fashion (Bekleidung und Schuhe) sowie Warenhäuser. Diese Segmente zeigen einheitliche und konsistente Umsatz- und Frequenzentwicklungen. Bereits die Ankündigung und die Einführung des sogenannten Slowdowns durch die Bundesbehörden haben einen teils massiven Einfluss auf die Geschäftstätigkeit einzelner Detailhändler. Es liegt nahe, dass sich in den letzten Tagen diese Differenzen durch kantonale Lockdowns, mit teilweiser Schliessung von Detailhandelsgeschäften, die nicht mit Gütern des täglichen Bedarfs oder Lebensmittel handeln, nochmals stärker akzentuiert haben.

Lebensmittel moderat steigend

Der Umsatz der Lebensmittelhändler nach dem Slowdown bleibt mit +3% gegenüber den 10 Tagen davor relativ stabil. Es zeigen sich dennoch mit -1% moderat abnehmende Kundenfrequenzen. Dies ist ein Hinweis darauf, dass die Kundschaft eher grössere Einkäufe tätigt, um weniger in die Lebensmittelgeschäfte gehen zu müssen. Die Entwicklung im Lebensmittelbereich deutet darauf hin, dass sich die Schweizer Bevölkerung darauf einstellt, wieder vermehrt zuhause bleiben zu müssen und sich entsprechend eindecken will.

Fashion und Warenhäuser leiden stark
Im Gegensatz zu den Lebensmittelhändlern und Händlern mit Gütern des täglichen Bedarfs, wird der Fashionbereich durch den nationalen Slowdown und kantonale Lockdowns empfindlich getroffen. So haben die Umsätze, gegenüber den 10 Tagen vor der Ankündigung der Massnahmen, durchschnittlich um 20% abgenommen. Dies ist, bei bereits im Vergleich zum Vorjahr tiefen Umsätzen, verheerend für die Branche. Die Kundenfrequenzen in Fashiongeschäften haben mit 27% in den letzten 10 Tagen um fast ein Drittel abgenommen. Dies ist ein deutliches Zeichen dafür, dass die Schweizer Bevölkerung momentan wenig Käufe ausserhalb des Grundbedarfs tätigt und Innenstädte und Flaniermeilen meidet.

Auch die Warenhäuser spüren einen starken Impakt der verstärkten Massnahmen. Sie verzeichnen einen durchschnittlichen Rückgang der Umsätze von 15% und fast einen Fünftel (18%) weniger Kundschaft in den Verkaufsräumen.

Die Erkenntnisse aus der Umfrage bei den Unternehmen decken sich mit den Ergebnissen einer bevölkerungsrepräsentativen Umfrage der Swiss Retail Federation von Oktober, wonach mehr als die Hälfte der Befragten (54%) angaben, für Weihnachtseinkäufe weniger in die Innenstadt oder in Kaufhäuser gehen zu wollen als in den Vorjahren. Durch die neu getroffenen Massnahmen des Bundesrates setzt dieser Effekt bereits Anfang November ein und wird sich über die nächsten Wochen vermutlich weiter verstärken.

Quelle: Swiss Retail Federation

Für Nachfragen und Hintergrund Informationen steht Ihnen die Swiss Retail Federation gerne unter fachbereich@swiss-retail.ch zur Verfügung.